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Mittwoch, 11 Februar 2015 18:56

Dicke Luft bei der Feuerwehr

Bei der Freiwilligen Feuerwehr brennt derzeit die Luft. Wie die WAZ bereits berichtete, mussten die Löschzüge Fahrzeuge aus Altersgründen ausmustern. Ersatz ist weiterhin nicht in Sicht, obwohl „lediglich ein Löschgruppenfahrzeug pro Einheit nicht dem Brandschutzbedarfsplan entspricht", wie Karl Appelhoff, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Bochum und Löschzugführer in Günnigfeld, schildert. Zudem sei im Laufe der vergangenen Jahre ein erheblicher Investitionsstau zusammengekommen, der den Blauröcken das Leben schwer macht.

Dabei hatte der Rat 2010 ohne Gegenstimme den noch gültigen „Brandschutzbedarfsplan" passieren lassen, worin konkrete Investitionen aufgeführt sind. „Umgesetzt wurden lediglich 20 Prozent", sagt Appelhoff. Er beziffert die Summe, die den Freiwilligen Wehren zur Verfügung stand, aber nicht in Anschaffungen umgesetzt worden ist, auf über zehn Millionen Euro. Dazu gehören Bauprojekte, Schutzausrüstung und eben Fahrzeuge, die nun fehlen.

Dabei hieß es in der damaligen Beschlussvorlage auch: „Die notwendigen Investitionen... sind in vollem Umfange in der derzeitigen Haushalts- und Finanzplanung der Stadt Bochum bis zum Jahre 2015 berücksichtigt. Eine zusätzliche Belastung des städt. Haushalts ist mit der Umsetzung und dem Beschluss des Brandschutzbedarfsplanes insoweit nicht verbunden."

Nach aktuellem Stand könnten die Löschzüge Eppendorf und Höntrop nur noch auf ein Fahrzeug zurückgreifen, an der Grünstraße müsste Mitte stetig damit rechnen, den zweiten Wagen an die Berufsfeuerwehr abzugeben, da er als Reserve dient. „14 taktische Einheiten fehlen stadtweit", sagt Appelhoff. Großeinsätze seien dadurch kaum zu stemmen, auch Unwetterschäden zu beseitigen werde schwierig. Blauröcke müssten im Fall der Fälle schlichtweg im Feuerwehrhaus oder zu Hause bleiben, weil sie nicht mitfahren können.

Dieses Problem hat jetzt auch die SPD-Ratsfraktion alarmiert. In einer Anfrage, gestellt im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung", will Ratsmitglied Klaus Hemmerling konkret wissen: „Über welchen Fahrzeugbestand verfügt die Freiwillige Feuerwehr aktuell? Wie wird sich dieser Bestand vor dem Hintergrund der Investitionsplanung der Berufsfeuerwehr bis 2018/19 entwickeln? Ist zu erwarten, dass Bund und Land Fahrzeuge und Gerät aus eigenen Beständen verlässlich zu Verfügung stellen werden?"

Außerdem merkt Hemmerling an, dass der Brandschutzbedarfsplan rund fünf Jahre alt ist. „Er muss laut Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung regelmäßig fortgeschrieben werden. Der aktuelle Entwurf des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (November 2014) sieht eine Fortschreibung mindestens alle fünf Jahre vor." Daher fragt er an: „Hat die Verwaltung die Absicht, den Bedarfsplan noch vor Verabschiedung des neuen Gesetzes zu überarbeiten oder soll dieses Gesetz zunächst abgewartet werden, um eventuelle Neuerungen berücksichtigen zu können?"

Bei den aussortierten Fahrzeugen handelt es sich jeweils um das LF 16 TS. Neben den städtischen Fahrzeugen konnten die Einheiten damit im Bedarfsfall agieren, eine zweite Gruppe zum Einsatz kommen.

Die LF 16 TS wurden vom Bund finanziert, weil sie Sonderfahrzeuge zum Katastrophenschutz darstellten. Alle mindestens 25 Jahre alt, waren bei vielen Fahrzeugen etwa die Querträger an- oder durchgerostet. Der Restwert wurde auf rund 3000 Euro geschätzt, daher auch keine Reparaturen mehr vorgenommen. Der Bund liefert derzeit keine Ersatzfahrzeuge.

 

Christopher Becker

 

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/wattenscheid/dicke-luft-bei-der-feuerwehr-id10336409.html

Foto: Gero Helm

 

Bei der Freiwilligen Feuerwehr brennt derzeit die Luft. Wie die WAZ bereits berichtete, mussten die Löschzüge Fahrzeuge aus Altersgründen ausmustern. Ersatz ist weiterhin nicht in Sicht, obwohl „lediglich ein Löschgruppenfahrzeug pro Einheit nicht dem Brandschutzbedarfsplan entspricht“, wie Karl Appelhoff, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Bochum und Löschzugführer in Günnigfeld, schildert. Zudem sei im Laufe der vergangenen Jahre ein erheblicher Investitionsstau zusammengekommen, der den Blauröcken das Leben schwer macht.

Dabei hatte der Rat 2010 ohne Gegenstimme den noch gültigen „Brandschutzbedarfsplan“ passieren lassen, worin konkrete Investitionen aufgeführt sind. „Umgesetzt wurden lediglich 20 Prozent“, sagt Appelhoff. Er beziffert die Summe, die den Freiwilligen Wehren zur Verfügung stand, aber nicht in Anschaffungen umgesetzt worden ist, auf über zehn Millionen Euro. Dazu gehören Bauprojekte, Schutzausrüstung und eben Fahrzeuge, die nun fehlen.

Dabei hieß es in der damaligen Beschlussvorlage auch: „Die notwendigen Investitionen... sind in vollem Umfange in der derzeitigen Haushalts- und Finanzplanung der Stadt Bochum bis zum Jahre 2015 berücksichtigt. Eine zusätzliche Belastung des städt. Haushalts ist mit der Umsetzung und dem Beschluss des Brandschutzbedarfsplanes insoweit nicht verbunden.“

Nach aktuellem Stand könnten die Löschzüge Eppendorf und Höntrop nur noch auf ein Fahrzeug zurückgreifen, an der Grünstraße müsste Mitte stetig damit rechnen, den zweiten Wagen an die Berufsfeuerwehr abzugeben, da er als Reserve dient. „14 taktische Einheiten fehlen stadtweit“, sagt Appelhoff. Großeinsätze seien dadurch kaum zu stemmen, auch Unwetterschäden zu beseitigen werde schwierig. Blauröcke müssten im Fall der Fälle schlichtweg im Feuerwehrhaus oder zu Hause bleiben, weil sie nicht mitfahren können.

Dieses Problem hat jetzt auch die SPD-Ratsfraktion alarmiert. In einer Anfrage, gestellt im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung“, will Ratsmitglied Klaus Hemmerling konkret wissen: „Über welchen Fahrzeugbestand verfügt die Freiwillige Feuerwehr aktuell? Wie wird sich dieser Bestand vor dem Hintergrund der Investitionsplanung der Berufsfeuerwehr bis 2018/19 entwickeln? Ist zu erwarten, dass Bund und Land Fahrzeuge und Gerät aus eigenen Beständen verlässlich zu Verfügung stellen werden?“

Außerdem merkt Hemmerling an, dass der Brandschutzbedarfsplan rund fünf Jahre alt ist. „Er muss laut Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung regelmäßig fortgeschrieben werden. Der aktuelle Entwurf des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (November 2014) sieht eine Fortschreibung mindestens alle fünf Jahre vor.“ Daher fragt er an: „Hat die Verwaltung die Absicht, den Bedarfsplan noch vor Verabschiedung des neuen Gesetzes zu überarbeiten oder soll dieses Gesetz zunächst abgewartet werden, um eventuelle Neuerungen berücksichtigen zu können?“

Bei den aussortierten Fahrzeugen handelt es sich jeweils um das LF 16 TS. Neben den städtischen Fahrzeugen konnten die Einheiten damit im Bedarfsfall agieren, eine zweite Gruppe zum Einsatz kommen.

Die LF 16 TS wurden vom Bund finanziert, weil sie Sonderfahrzeuge zum Katastrophenschutz darstellten. Alle mindestens 25 Jahre alt, waren bei vielen Fahrzeugen etwa die Querträger an- oder durchgerostet. Der Restwert wurde auf rund 3000 Euro geschätzt, daher auch keine Reparaturen mehr vorgenommen. Der Bund liefert derzeit keine Ersatzfahrzeuge.

Christopher Becker

Dicke Luft bei der Feuerwehr - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/wattenscheid/dicke-luft-bei-der-feuerwehr-id10336409.html#plx321500557

Bei der Freiwilligen Feuerwehr brennt derzeit die Luft. Wie die WAZ bereits berichtete, mussten die Löschzüge Fahrzeuge aus Altersgründen ausmustern. Ersatz ist weiterhin nicht in Sicht, obwohl „lediglich ein Löschgruppenfahrzeug pro Einheit nicht dem Brandschutzbedarfsplan entspricht“, wie Karl Appelhoff, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Bochum und Löschzugführer in Günnigfeld, schildert. Zudem sei im Laufe der vergangenen Jahre ein erheblicher Investitionsstau zusammengekommen, der den Blauröcken das Leben schwer macht.

Dabei hatte der Rat 2010 ohne Gegenstimme den noch gültigen „Brandschutzbedarfsplan“ passieren lassen, worin konkrete Investitionen aufgeführt sind. „Umgesetzt wurden lediglich 20 Prozent“, sagt Appelhoff. Er beziffert die Summe, die den Freiwilligen Wehren zur Verfügung stand, aber nicht in Anschaffungen umgesetzt worden ist, auf über zehn Millionen Euro. Dazu gehören Bauprojekte, Schutzausrüstung und eben Fahrzeuge, die nun fehlen.

Dabei hieß es in der damaligen Beschlussvorlage auch: „Die notwendigen Investitionen... sind in vollem Umfange in der derzeitigen Haushalts- und Finanzplanung der Stadt Bochum bis zum Jahre 2015 berücksichtigt. Eine zusätzliche Belastung des städt. Haushalts ist mit der Umsetzung und dem Beschluss des Brandschutzbedarfsplanes insoweit nicht verbunden.“

Nach aktuellem Stand könnten die Löschzüge Eppendorf und Höntrop nur noch auf ein Fahrzeug zurückgreifen, an der Grünstraße müsste Mitte stetig damit rechnen, den zweiten Wagen an die Berufsfeuerwehr abzugeben, da er als Reserve dient. „14 taktische Einheiten fehlen stadtweit“, sagt Appelhoff. Großeinsätze seien dadurch kaum zu stemmen, auch Unwetterschäden zu beseitigen werde schwierig. Blauröcke müssten im Fall der Fälle schlichtweg im Feuerwehrhaus oder zu Hause bleiben, weil sie nicht mitfahren können.

Dieses Problem hat jetzt auch die SPD-Ratsfraktion alarmiert. In einer Anfrage, gestellt im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung“, will Ratsmitglied Klaus Hemmerling konkret wissen: „Über welchen Fahrzeugbestand verfügt die Freiwillige Feuerwehr aktuell? Wie wird sich dieser Bestand vor dem Hintergrund der Investitionsplanung der Berufsfeuerwehr bis 2018/19 entwickeln? Ist zu erwarten, dass Bund und Land Fahrzeuge und Gerät aus eigenen Beständen verlässlich zu Verfügung stellen werden?“

Außerdem merkt Hemmerling an, dass der Brandschutzbedarfsplan rund fünf Jahre alt ist. „Er muss laut Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung regelmäßig fortgeschrieben werden. Der aktuelle Entwurf des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (November 2014) sieht eine Fortschreibung mindestens alle fünf Jahre vor.“ Daher fragt er an: „Hat die Verwaltung die Absicht, den Bedarfsplan noch vor Verabschiedung des neuen Gesetzes zu überarbeiten oder soll dieses Gesetz zunächst abgewartet werden, um eventuelle Neuerungen berücksichtigen zu können?“

Bei den aussortierten Fahrzeugen handelt es sich jeweils um das LF 16 TS. Neben den städtischen Fahrzeugen konnten die Einheiten damit im Bedarfsfall agieren, eine zweite Gruppe zum Einsatz kommen.

Die LF 16 TS wurden vom Bund finanziert, weil sie Sonderfahrzeuge zum Katastrophenschutz darstellten. Alle mindestens 25 Jahre alt, waren bei vielen Fahrzeugen etwa die Querträger an- oder durchgerostet. Der Restwert wurde auf rund 3000 Euro geschätzt, daher auch keine Reparaturen mehr vorgenommen. Der Bund liefert derzeit keine Ersatzfahrzeuge.

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