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Sonntag, 11 April 2010 00:00

Wie in echt - Übung der Freiwilligen Feuerwehr

In einem Metallbetrieb in Bochum-Dahlhausen hat der Abschnitt West der Freiwilligen Feuerwehr seine jährliche Übung absolviert. Die Aufgabe für die Wehrleute: Nach einer Explosion unter Atemschutz Verletzte retten und einen Brand löschen.

Ein weitläufiges Firmengelände, eine verqualmte, unübersichtliche Produktionshalle, neun Verletzte nach einer Explosion in der Ofenstraße, ein Feuer, das auf weitere Firmengebäude überzugreifen droht – dieses Szenario fanden 82 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag bei ihrer Abschnittsübung in Dahlhausen vor.

„Das sind ziemlich realistische Bedingungen hier“, erklärt Direktionsabschnittsleiter Simon Heußen. „Unter dem Ofen ist es richtig heiß.“ Aufgabe für die Freiwilligen Feuerwehren: Unter Atemschutz in die – per Disco-Nebel – verrauchte Halle vorgehen, die Verletzten retten und das Übergreifen des Feuers verhindern. Heußen: „Besonders geübt werden sollen dabei die Atemschutzüberwachung und die Koordination mehrerer Lösch-Einheiten.“

Und so werden Schläuche ausgerollt, Drehleitern ausgefahren, Atemschutzausrüstungen angelegt. Immer zu zweit gehen die Wehrleute in die verrauchte Halle, müssen den Weg zu den Öfen suchen, wo sie die Verletzten vermuten. „Es ist nicht so, dass wir nur so tun als ob“, betont Heußen. „Das einzige, was wir nicht haben, ist richtiges Feuer.“ Nur unter realistischen Bedingungen könne man erkennen, wo’s hakt. „Das ist zum einen, dass die Weitläufigkeit der Halle falsch eingeschätzt wurde – teilweise musste der Schlauch verlängert werden.“ Insgesamt urteilt Heußen: „Es läuft ganz gut.“

Zufrieden sind auch die Feuerwehrmänner, die verdreckt und verschwitzt vom „Einsatz“ zurückkehren. „Die Örtlichkeiten sind schon etwas Besonderes“, urteilt Olaf Henkel (41), und sein Kollege Tobias Ludwig (28) ergänzt: „Das ist eine ganz andere Umgebung als zum Beispiel eine Wohnung, wo man ja Erfahrungswerte hat. Hier kann man nicht sofort erahnen, was passiert.“

Zwei „Verletzte“ hat der Wattenscheider „gerettet“: „Eine Person war in der Halle, eine unter dem Ofen – da unten hat man kaum etwas gesehen.“ Gerade die Hand vor Augen habe man erkennen können, „da verliert man schnell die Orientierung“. Und genau das, so Henkel, sei ja Sinn und Zweck der Übung: „Dass man in einer echten Situation bei so etwas nicht in Panik verfällt.“

Auch die „Geretteten“ sind zufrieden: Nico (16) und Stephan (15) von der Jugendfeuerwehr haben sich „in guten Händen gefühlt“. Nico hat einen Verletzten gemimt, der ansprechbar war, allerdings nicht mehr aufstehen konnte, während Stephan mit einem verletzten Knie relativ versteckt lag. Ihre Rettung, urteilen sie, „ging recht flott“.

Derweil spitzt sich die (Übungs-)Situation in der Werkshalle zu: „Mayday“ heißt es – ein Trupp wird vermisst. „Da gehen einem schon ein bisschen die Nackenhaare hoch“, bekennt Einsatzleiter Klaus Flucks. Gleichzeitig stürzt ein Kollege auf ihn zu und mimt den Journalisten: Ob die Anwohner durch den Brand gefährdet seien, will er wissen. Flucks antwortet routiniert, kann schließlich aufatmen, weil der vermisste Trupp unverletzt aufgespürt wurde.

Insgesamt drei Stunden dauert die Übung für den Abschnitt West der Freiwilligen Feuerwehr. Anschließend gibt’s nur noch eine schnelle Suppe, damit, so Simon Heußen, „alle pünktlich zum Bundesliga-Anstoß wieder zu Hause sind“. In der Hoffnung, dass kein Ernstfall dazwischen kommt.

 

Quelle: WAZ Wattenscheid 11.04.2010

http://www.derwesten.de/staedte/wattenscheid/Wie-in-echt-id2841224.html

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